6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Dr. Torsten Christen & Rainald Thannisch

INQA-Themen
Corporate Social Responsibility

Dr. Torsten Christen & Rainald Thannisch
CSR-Verantwortlicher beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales & Referatsleiter für Unternehmens- und Mitbestimmungspolitik sowie CSR beim DGB-Bundesvorstand

Zum Vortrag:

Während in der Wirtschaft in der Vergangenheit häufig nur der materielle Gewinn im Vordergrund stand, setzt sich in den letzten Jahren immer mehr die Vorstellung durch, dass Unternehmen auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten sollen. Dahinter steht ein neues Wirtschaftsverständnis, das über die reine Profitmaximierung hinaus geht und die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens in den Mittelpunkt stellt.

Betriebsratsmitglieder werden zunehmend mit CSR-Strategien konfrontiert und müssen für sich bewerten, ob es sich um reine PR-Maßnahmen handelt, oder ob ihr Engagement im Rahmen einer CSR Strategie zu einer spürbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen im In- und Ausland führen kann (z. B. auf der Grundlage einer Internationalen Rahmenvereinbarung zwischen einem globalen Unternehmen und einer internationalen Gewerkschaftsföderation). Die Orientierung an einer international anerkannten Norm (z.B. der ILO-Kernarbeitsnormen) kann dabei eine Richtschnur sein.

CSR bedeutet nach Ansicht der EU nicht nur, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, "sondern über die bloße Gesetzeskonformität hinaus mehr zu investieren in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehungen zu anderen Stakeholdern". Diese Sichtweise ist auch die Grundlage der deutschen CSR-Strategie. CSR ersetzt nicht politisches Handeln und Gesetzgebung. CSR bietet aber die Chance, weitergehende gesellschaftliche Ziele zu verfolgen und Standards zu setzen. Die Forderung eines Unternehmens an seine Zulieferer aus Entwicklungsländern, dass ihre Produkte ausschließlich ohne Kinderarbeit hergestellt werden, ist nur ein Beispiel. Politik hat die Aufgabe, Unternehmen bei ihren CSR-Aktivitäten zu unterstützen und die Gesellschaft zu ermutigen, mehr Verbindlichkeit von der Wirtschaft zu verlangen.

Zur Initiative Neue Qualität der Arbeit:

Wie können Arbeitgebende und Beschäftigte Arbeit so gestalten, dass diese gesund und motivierend sowie für Unternehmen rentabel ist? Im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit entwickeln seit mehr als zehn Jahren Bundesregierung, Gewerkschaften und Wirtschaft viele praktische Lösungen und Tipps in Form verschiedener Materialien für Beschäftigte und Unternehmen. Im Mittelpunkt der Angebote stehen die Themen Personalführung, Gesundheit, Chancengleichheit und Diversity sowie Wissen und Kompetenz.

Zu den Personen:

Herr Dr. Torsten Christen trägt im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Verantwortung für alle Aspekte von CSR (Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen), die die Bundesregierung und das Ministerium betreffen.

Herr Rainald Thannisch ist Referatsleiter für Unternehmens- und Mitbestimmungspolitik sowie CSR in der Abteilung Grundsatzangelegenheiten und Gesellschaftspolitik beim DGB Bundesvorstand.

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