6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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„Expansion statt Schließung“ oder „Hinterhof meets Jungfernstieg!“ Betriebsrat und Mitarbeiter „entern“ gute Lagen für den Kobold

Heidrun Schenk

Heidrun Schenk

Zum Projekt:

Im Jahr 2010 konfrontierte uns der Arbeitgeber mit einem Sozialplan aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage im Staubsaugerbereich. Unter anderem sollten bundesweit 63 Shops/Werkstätten geschlossen werden.

Der Betriebsrat hat sich, mit Unterstützung der Beschäftigten, vehement gegen diesen Sozialplan gewehrt ("nur über unsere Leiche"). Zusammen mit den Betroffenen haben wir Fotos der Standorte sowie Informationen zur Lage gesammelt und diese in einer Betriebsversammlung vorgestellt. 

Aus unserer Sicht hatte der Arbeitgeber ungeeignete Räume angemietet (z.B. vierte Etage, Industriegebiet, keine Schaufenster). Wir haben daraufhin Gegenvorschläge gemacht (Umzüge in andere Lagen z.B. Fußgängerzonen, ins Erdgeschoss, Schaufenster u.v.m.) und uns weiterhin massiv dagegen gewehrt, die betroffenen Shops zu schließen.

Nach vielen Versammlungen und Diskussionen hat der Arbeitgeber nachgegeben und mit uns vereinbart, zu investieren (Inneneinrichtung / Umzüge) und jedem Shop die Chance zu geben, nach 12 Monaten die Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Falls dann immer noch eine Unwirtschaftlichkeit bestünde, wollte man mit uns über eine Schließung reden.

Bis zum heutigen Tag ist kein Standort geschlossen worden, obwohl schon 13 Monate um sind. Vier Shops sollen geschlossen werden, aber vielleicht schaffen wir es auch noch diese zu retten.

Darüber hinaus will man bis 2014 nun weitere 50 Shops/Shop-in-Shops eröffnen. Somit schaffen wir ca. 70 -150 neue Stellen. Des Weiteren haben wir dort eine Umsatzprämie für die Mitarbeiter vereinbart. Sie profitieren von einem guten Verkauf. Vollzeitkräfte verdienen bis zu 650 Euro pro Monat zusätzlich, wenn sie gut verkaufen und viel reparieren.

Wir verbuchen das als unseren Erfolg! Dies wird auch von den dortigen Führungskräften so gesehen und man ist uns dafür sehr dankbar.

Die Beteiligung der Belegschaft war für das Projekt sehr wichtig. Es gab mehrere Treffen nach Feierabend im Brauhaus. Es begann mit 15 Mitarbeitern und schon beim dritten Treffen waren 85 Mitarbeiter da! Ich habe immer per e-Mail darüber berichtet, wie viele da waren und wie aktiv dort gearbeitet wurde. Das hat den Arbeitgeber erheblich beeindruckt und eine Menge Druck erzeugt.

 

Zum Unternehmen:

Vorwerk Deutschland Stiftung & Co. KG ist eine Vertriebsgesellschaft für Bodenpflegegeräte und den Thermomix in Deutschland. 

Vorwerk beschäftigt ca. 720 Mitarbeiter, davon 660 Angestellte. Von diesen arbeiten etwa 300 in Wuppertal (Innendienst) und 420 insgesamt in Deutschland (Vertriebsführungskräfte, Assistentinnen Vertrieb, Verkäufer, Techniker).

Die Vorwerk Produkte werden hauptsächlich in Wuppertal (Schwestergesellschaft Vorwerk Elektrowerde in Laaken, ca. 700 Beschäftigte) und in Frankreich hergestellt.

Unser Betriebsrat hat 13 Mitglieder.

 

Zur Person:

Heidrun Schenk ist seit 35 Jahren bei Vorwerk beschäftigt und seit 31 Jahren Betriebsratsmitglied in verschiedenen Funktionen.

Seit 2002 ist sie BR- & EBR-Vorsitzende.

Des Weiteren ist Frau Schenk Ortsvorstand der IG Metall.

 

 


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