6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Druck für faire Arbeitsbedingungen – Zurück aus der Leiharbeit in die Stammbelegschaft

Jürgen Eberlin

Jürgen Eberlin

 

Zum Projekt:

Im Jahr 2006 wurde durch die Klinikum Bayreuth GmbH als 100%-Tochter eine eigene Leiharbeitsfirma als Servicegesellschaft mbH gegründet.

Anfänglich sollten max. 10% der beschäftigten Mitarbeiter über die Servicegesellschaft eingestellt werden und max. 20 Einstellungen/Jahr. Es wurden aber nach kurzer Zeit alle Einstellungen aller Berufsgruppen außer Ärzte und Führungskräfte über die Servicegesellschaft vorgenommen, Personalstand 2010 ca. 340 MA in der Servicegesellschaft. Die Mitarbeiter der Servicegesellschaft wurden nach Tarifvertrag IGZ bezahlt. Dies bedeutete für die Mitarbeiter ca. 30% weniger Gehalt als die Kolleginnen und Kollegen der GmbH, die nach TVöD bezahlt werden, für die gleiche Arbeit.

Ziel war es, durch permanenten Druck auf die Klinikum Bayreuth GmbH die Auflösung der Servicegesellschaft und Überführung der Mitarbeiter in die GmbH zu erreichen.

Bereits sehr frühzeitig haben die Vertrauensleute von ver.di unter Leitung von Friedhelm Esch damit begonnen, diese ungerechten Arbeitsbedingungen innerhalb eines Betriebes zu bekämpfen. Fast wöchentlich wurden die Bürger auf Infoständen in der Stadt Bayreuth mit Flugblättern und Transparenten auf die Situation aufmerksam gemacht. Die lokale Presse berichtete intensiv über die Vorgänge. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Friedhelm Esch redete bei jeder sich bietenden Gelegenheit bei Parteien, Verbänden und Vereinen zum Thema Servicegesellschaft. Es wurden 2.686 Unterschriften gesammelt und den verantwortlichen Politikern öffentlich überreicht. Dies war ein insgesamt langer und aufreibender Kampf. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Friedhelm Esch musste sich mehrmals gegen arbeitsrechtliche Schritte des Arbeitgebers gegen ihn zur Wehr setzen. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen Jürgen Eberlin, Hans-Jörg Rabenstein, Marion Hahn, Klaus Schamel, Jennifer Esch, Michael Winter, Harald Ammon und den ver.di Vertrauensleuten des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, an der Spitze die Personalratsvorsitzende Gerda Küfner, die uns tatkräftig unterstützt haben.

Alle diese Proteste und Maßnahmen gegen diese Ungerechtigkeiten haben letztlich dazu geführt, dass der Aufsichtsrat im Januar 2011 den Druck nicht mehr ausgehalten hat, die Servicegesellschaft aufgelöst hat und alle 340 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den TVÖD überführt wurden.

 

Zum Unternehmen:

Die Klinikum Bayreuth GmbH ist das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Oberfranken. Damit erfüllt es in Diagnose und Therapie überörtliche Schwerpunktaufgaben und hält ein hoch differenziertes Leistungsangebot und medizinisch-technische Einrichtungen vor.

Die 1.086 Betten und Plätze der 25 Kliniken und Institute teilen sich auf zwei Standorte, die Betriebsstätte Klinikum Bayreuth und die Betriebsstätte Klinik Hohe Warte, auf. Alle Fachbereiche gewährleisten eine hochspezialisierte medizinische Versorgung rund um die Uhr.

Beschäftigt sind bei uns 2.400 Mitarbeiter, verteilt auf die zwei Betriebsstätten.

Das Haus ist in kommunaler Hand und wird als gGmbH geführt. Wir haben keinen Sitz im Aufsichtsrat. Zur Zeit klagen wir dagegen.

 

Zur Person:

Jürgen Eberlin ist 49 Jahre alt und wurde in Freiburg / Breisgau geboren.

Nach dem Abitur studierte Eberlin Chemie in Bayreuth. Zwischen 1985 und 1988 absolvierte er eine Krankenpflege-Ausbildung im „Bezirkskrankenhaus Bayreuth“ (Psychiatrie).

Seit 1986 war Eberlin JAV-Vorsitzender und vertreten in diversen Gremien der ötv-Jugend auf örtlicher und Landes-Ebene. Seither ist Eberlin auch er auch konstant Vertrauensmann der Gewerkschaft ötv / ver.di. Ab 1990 war Jürgen Eberlin Personalratsmitglied.

1992 wechselte er auf die urologische Station des „Krankenhaus Hohe Warte“ Bayreuth. Seitdem ist Eberlin Personalrats-Mitglied sowie langjähriger Schüler-Mentor.

Seit 2000 arbeitet Eberlin auf einer 50% Stelle, da er zeitgleich eine Praxis als Heilpraktiker eröffnete.

Nachdem das Krankenhaus 2004 in die „Klinikum Bayreuth GmbH“ übernommen wurde, wurde Eberlin erstmals Betriebsrat.

2010-2012 war Eberlin zu 50% freigestellter BR. Seither ist er auch Ortsvereinsvorstands-Mitglied bei ver.di.

Seit 2012 ist Jürgen Eberlin zu 75% freigestellter stellv. Betriebsratsvorsitzender der „Klinikum Bayreuth GmbH“.


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