6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Arbeiten an der Belastungsgrenze – Gesundheitsschutz und "interessierte Selbstgefährdung“

Mirko Lukas

Mirko Lukas

Zum Projekt:

Im Rahmen des Projektes „Arbeiten ohne Ende“, das im August 2011 vom Betriebsrat begonnen wurde, sind folgende Schritte eingeleitet worden:

Treffen mit Dr. Klaus Peters, der mit seinem Institut das Thema „Interessierte Selbstgefährdung“ seit über 10 Jahren wissenschaftlich verfolgt. Die Betriebsräte des Unternehmens IAV werden auf dem jährlich stattfindenden Betriebsrätetreffen in diesem Thema geschult, was ein ziemlich großer Erfolg war.

Der nächste Schritt war, die Belegschaft mit dem Thema vertraut zu machen. Dies ist in den Betrieben in Gifhorn und Chemnitz im Dezember 2011 geschehen, die Betriebe in München und Berlin haben den Vortag auf den Betriebsversammlungen im März 2012 gehört.

Die weiteren geplanten Schritte sind nun Workshops mit der Geschäftsführung, dem oberen Management und im Anschluss daran mit weiteren Führungskräften, um das Thema zu eruieren.

Was wollen wir damit erreichen? In erster Linie den gesundheitlichen Schutz aller Mitarbeiter im Unternehmen und das Bewusstsein stärken, sich selbst mit seiner Einstellung zu Arbeit und Überarbeitung auseinanderzusetzen.

Nach dem Vortrag im Dezember ist die Anzahl der Mehrarbeitsanträge (gefühlt) um mindestens ein Viertel deutlich zurückgegangen.

Die Besonderheit des Projektes lag darin, den Spagat zu meistern, den man als Interessenvertreter machen muss, um Mitarbeiter vor sich selbst zu schützen.

Der Arbeitgeber macht Probleme des Unternehmens zu Problemen einzelner Mitarbeiter. Die Kollegen stehen damm im Konflikt mit dem Betriebsrat und nicht mehr mit dem Arbeitgeber.

Diese Problematik zu verdeutlichen und darzustellen, was denn eigentlich die eigenen Interessen sind, waren/sind die besondere Herausforderung dieses Projektes.

 

Zum Unternehmen:

Gründungsjahr der IAV GmbH war das Jahr 1983.

Die Gesellschafter sind: Volkswagen AG mit 50 %, Continental Automotive GmbH mit 20 %, Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG mit 10 %, Freudenberg & Co. KG mit 10 % und SABIC Innovative Plastics B.V. mit 10 %.

Das Unternehmen ist in der Automotive Engineering Branche tätig. Geschäftsbereiche sind Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung.

Die IAV GmbH hat Standorte in ganz Deutschland. Entwicklungszentren gibt es in Berlin, Chemnitz und Gifhorn. Weitere Standorte in Dresden, Friedrichshafen, Ingolstadt, Kassel, Ludwigsburg, München, Neckarsulm, Regensburg, Rüsselsheim und Weissach.

Tochterunternehmen existieren in Asien, Europa, Nord- und Südamerika.

Der Umsatz betrug im Jahr 2011 474 Mio. EUR.

Unternehmensweit waren im Jahr 2011 4.490 Mitarbeiter beschäftigt.

In Gifhorn sind wir ca. 2.700 Mitarbeiter, haben einen 19-köpfigen Betriebsrat, von dem 5 Kollegen freigestellt sind.

Zur Person:

Mirko Lukas ist 45 Jahre alt und hat zwei (erwachsene) Kinder.

Seit 1990 ist er bei IAV beschäftigt, seit 1992 im Betriebsrat und seit 1998 freigestelltes Betriebsratsmitglied.

In den o.g. Entwicklungszentren Berlin, Chemnitz, Gifhorn und im Büro München sind Betriebsräte gewählt, aus denen ebenfalls ein Gesamtbetriebsrat gebildet wird.

Der Gesamtbetriebsrat besteht aus 8 Mitgliedern. Lukas war persönlich bis 2010 Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, diese Aufgabe hat er nach der letzten BR-Wahl abgegeben.


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