6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Heiner Wilhelm

Vom Getriebenen zum Treiber - proaktive Betriebsratsarbeit im Restrukturierungsprozess "Fit für 2018"

Beschäftigungs- und StandortsicherungBetriebsvereinbarung / TarifvertragÖffentlichkeitsarbeit des Betriebsrats

Heiner Wilhelm

Zum Projekt:

Anfang 2012 verkündete die Merck KGaA massive Einsparvorhaben am Standort Deutschland. Die geplanten Effizienzmaßnahmen waren Teil des konzernweiten Sparprogramms „Fit for 2018", das alle Regionen und Geschäftseinheiten umfasste. Dem Betriebsrat wurden anfangs mehr als 100 geplante Einzelprojekte im Rahmen von „Fit for 2018“ präsentiert.

Um den umfassenden Herausforderungen zu begegnen, war eine grundsätzlich neue Organisation und Vorgehensweise des Betriebsrates erforderlich. Deshalb gingen wir neue Wege: Statt nur zu reagieren, wollten wir das Projekt mitgestalten und damit einen Rollenwechsel vom „Getriebenen zum Treiber“ einleiten. Das Motto für die Zukunft sollte sein: „Immer einen Schritt voraus“.

Trotz aller Herausforderungen haben wir stets mit Engagement, Kreativität und Verantwortung im Sinne von Mitarbeitern und Unternehmen agiert. Wir verfolgten stets den Anspruch, nicht nur eine Absicherung der ausscheidenden Mitarbeiter zu vereinbaren, sondern für die verbleibende Mehrheit an Merck-Mitarbeitern Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunftsperspektive zu schaffen.

Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen haben der Konzernbetriebsrat, und die Unternehmensleitung gemeinsam eine Lösung erzielt. Die Vereinbarung „Leitplankenpapier zur Zukunftssicherung“ mit einer Laufzeit bis Ende 2017 stellt einen wichtigen Meilenstein zur langfristigen Stärkung von Merck in Deutschland und damit eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze dar.

Für viele der ursprünglich geplanten Standardansätze konnten alternative Lösungen entwickelt werden. Dadurch konnten der geplante Personalabbau deutlich reduziert, eine umfangreiche Absicherung für Mitarbeiter erzielt und die deutschen Standorte nachhaltig gestärkt werden.

Zum Unternehmen:

Merck ist ein international tätiges Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmen mit einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die rund 39.000 Mitarbeiter in 66 Ländern gestalten.

Merck-Produkte sind weltweit bekannt und etabliert. Seien es unsere innovativen Medikamente chemischen oder biotechnologischen Ursprungs, unsere Produkte für die Selbstmedikation, unsere Flüssigkristalle für LC-Displays, Merck-Pigmente für die Lack-, Kunststoff- und Druckindustrie oder aber kundenorientierte Laborlösungen für Pharmaforschung und Biotechnologie – Produkte und Services von Merck genießen überall großes Vertrauen.

Das operative Geschäft wird unter dem Dach der Merck KGaA geführt, die ihren Sitz in Darmstadt (Deutschland) hat. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.

Die Merck KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) ist die Dachgesellschaft für die operativen Geschäfte der Merck-Gruppe. Rund 30 Prozent der Merck KGaA sind im Besitz freier Aktionäre, rund 70 Prozent gehören der Familie Merck über die persönlich haftende Gesellschafterin E. Merck KG.

Darmstadt - Zentrale der Merck-Gruppe

Neben der Produktion verschiedener Arzneimittel und Chemikalien sind hier auch zahlreiche Abteilungen beheimatet, deren Mitarbeiter die Tochtergesellschaften unterstützen und zentrale Dienstleistungen erbringen, beispielsweise in den Bereichen Personal, Recht und Patente, Technik und IT, Einkauf und Logistik, Marketing und Vertrieb sowie Rechnungswesen und Controlling.

Zur Person:

Heiner Wilhelm beendete im Jahr 1970 seine Ausbildung zum Chemielaboranten. Danach war er in verschiedenen Labors der pharmazeutischen Forschung beschäftigt.

Seit 1998 war Herr Wilhelm freigestelltes BR-Mitglied. Im Jahr 2007 wurde er zum BR-Vorsitzenden gewählt. Zusätzlich war er KBR-Vorsitzender der Merck KGaA.

Heiner Wilhelms Schwerpunkte im Betriebsrat waren:

  • Fragen der Entgeltgestaltung sowohl im Tarifbereich als auch im AT-Bereich
  • Mitarbeit in Projektteams u.a. "Neue Arbeitsformen"
  • Mitarbeit in weiteren Ausschüssen
  • Abstimmung der Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit bei Merck

Momentan ist Herr Wilhelm Stellv. AR-Vorsitzender der Merck KGaA.

"Ein menschlicher Umgang und eine gerechte Bezahlung sind Grundlage für zufriedene Mitarbeiter. Zufriedene Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen. Ein starker Betriebsrat kann dafür einen wichtigen Beitrag liefern."

 

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