6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Beate Heinert

Von der Insolvenz zur Beschäftigungssicherung im Tendenzbetrieb – eine Erfolgsgeschichte

Beate Heinert

Betriebsratsvorsitzende, AWO Kreisverband Nürnberg

Zum Projekt:

Bereits im Jahr 2011 führte die wirtschaftliche Schieflage des AWO Kreisverbandes Nürnberg zur Schließung einzelner Einrichtungen. In 2012 wechselte der Arbeitgeber in eine OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) im Arbeitgeberverband. Die drohende Insolvenz wurde im Oktober 2012 durch die Geschäftsführung bekanntgegeben.

Diese für Verband und MitarbeiterInnen bedrohliche Situation analysierte der Betriebsrat als Folge strukturell unzureichender Finanzausstattung sozialer Arbeit aber auch als Folge von Führungsversagen durch Vorstand und Geschäftsführung.

Ziel des Betriebsrates war es nun, eine Neuausrichtung der AWO mit zu begleiten, dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten und dabei wieder eine volle Tarifbindung zu erreichen. Ein erfreulicher Nebeneffekt war eine enorme Steigerung des gewerkschaftlichen Organisationsgrades und die Stärkung der Rolle des Betriebsrates.

Zum Unternehmen:

Der AWO Kreisverband Nürnberg ist ein Verein, der sich in geringem Maße durch Mitgliedsbeiträge und in hohem Maße durch Entgelte aus Pflegesatzvereinbarungen (Heime und Jugendwohngemeinschaft) und Zuschüssen (Kindertagesstätten) finanziert. Einzelne soziale Projekte werden durch spezielle Projektfinanzierungen ermöglicht (Migrationsarbeit, Ehrenamtsarbeit). Der KV unterliegt dem Tendenzschutz, so dass es dem Betriebsrat bisher (bis vor der Konsolidierung) nicht möglich war, einen Wirtschaftsausschuss zu gründen und an verlässliche Zahlen des Unternehmens zu kommen.

Der KV ist in 5 Referate aufgeteilt: Bürgerschaftliches Engagement (Ehrenamtsarbeit) -- Kinder, Jugend und Familie (offene und stationäre Jugendhilfe, 13 Kindertagesstätten)—Migration (Asylbewerberbetreuung, Migrationserstberatung, Jugendmigrationsdienst) -- Senioren, pflegebedürftige und behinderte Menschen (2 Altenheime und Seniorenservicebüro)-- Zentrale Dienste (Finanzbuchhaltung, Personalabteilung, EDV, Reinigungspool, Hausmeisterpool)– und keinem Referat zugehörig: die Strafentlassenenhilfe

Der KV hat 540 MitarbeiterInnen. Der Betriebsrat besteht aus 11 Mitgliedern mit zwei Ganztagsfreistellungen.

Zur Person:

Beate Heinert wurde 1967 im Ruhrgebiert geboren.

Beim AWO Kreisverband Nürnberg ist sie seit 1995 als Erzieherin eingestellt. Hier arbeitete Sie in einer Mädchenwohngemeinschaft.

Seit 1997 ist Beate Heinert Betriebsrätin, seit 2004 halbtags freigestellt und seit 2007 ganztags freigestellt. Den Betriebsratsvorsitz hatte sie von Beginn an inne, nur durch eine Amtszeit unterbrochen, in der sie den stellvertretenden Vorsitz übernahm.

Gewerkschaftsmitglied ist Frau Heinert seit 20 Jahren, als Funktionärin ist sie seit ca. 10 Jahren in unterschiedlichen Gremien aktiv.

 

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