6. bis 8. November 2018
Plenarsaal Bonn
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Wilhelm Segerath

Internationales Rahmenabkommen
und sein Meldesystem zur Mitbestimmung

Wilhelm Segerath
KBR-Vorsitzender, thyssenkrupp AG

Zum Praxisbericht:

Das Internationale Rahmenabkommen der thyssenkrupp AG sichert allen Beschäftigten bei thyssenkrupp Mindeststandards an Menschen- und Arbeitsrechten zu, welche sich vornehmlich an den ILO Kernarbeitsnormen orientieren. Zudem verfügt das Abkommen über einen Kontrollmechanismus, der aus einem Meldesystem, bei dem Beschäftigte Verstöße gegen das Abkommen melden können und einem eingesetzten Internationalen Ausschuss besteht, der zur Kontrolle und zum regelmäßigen Dialog über die Einhaltung und Umsetzung des Rahmenabkommens dient. Das Besondere an dem Rahmenabkommen, dem Meldesystem und dem Internationalen Ausschuss ist, dass der Konzernbetriebsrat – im Gegensatz zu anderen Rahmenabkommen – die Möglichkeit hat, direkt Verstöße gegen das Rahmenabkommen zu registrieren und entsprechend zu reagieren. Der Konzernbetriebsrat war also nicht nur bei der Initiierung des Abkommens treibende Kraft, sondern auch bei seiner Umsetzung und Überwachung.

Zum Unternehmen:

thyssenkrupp ist ein diversifizierter Industriekonzern mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz und einem wachsenden Anteil an Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäften. Rund 155.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit (knapp 60.000 in Deutschland) arbeiten in knapp 80 Ländern mit Technologie-Know-how und Leidenschaft an hochwertigen Produkten sowie an intelligenten industriellen Verfahren und Dienstleistungen für nachhaltigen Fortschritt.

Zum Referenten:

Wilhelm Segerath wurde am 04.01.1953 in Duisburg geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seiner Schulausbildung machte er 1968 eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauer bei der Firma Lösken in Duisburg. 1972 begann er als Stoffwärter und in der Materialflusssteuerung seine Arbeit bei thyssenkrupp Steel (damals noch August-Thyssen-Hütte). Seit dieser Zeit ist er auch gewerkschaftlich aktiv, trat 1972 in die IG Metall ein und war ab 1979 als Vertrauensmann aktiv. Seit 2001 Wilhelm Segerath auch Vorstandsmitglied der IG Metall.

Seine Laufbahn als Betriebsrat begann 1983 als Betriebsratsmitglied des Standortes Duisburg-Hamborn bei TK SE, wo er 1988 bis 1993 stellvertretender Geschäftsführer und von 1994 bis 1996 Geschäftsführer des Betriebsrats war. Von 1997 bis 2012 besetzte der die Funktion des Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats und der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft der TK SE sowie zwischen 2001 und 2015 den Vorsitz des Betriebsrats am Standort Duisburg-Hamborn. Zeitgleich nahm Wilhelm Segerath zwischen 2001 und 2012 den stellvertretenden Vorsitz des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG ein, seit 2012 hält er den Vorsitz. Zudem ist Wilhelm Segerath seit 1999 Aufsichtsratsmitglied der thyssenkrupp AG.